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Argen   1998

Wir starteten unseren Trip von der Fliegenfischergruppe Oberrhein/Elsass zum Argen   Anfang Mai.

Das Wetter war bis zu diesem Zeitpunkt angenehm warm. Leider zog in der ersten Maiwoche ein mächtiges Tiefdruckgebiet über Süddeutschland und dämpfte unsere Vorfreude auf die kommenden 3 Tage in Isny.

Kurz vor 6 Uhr ging's am 6. Mai in Rastatt los. Es ging über die A8 Richtung Stuttgart und dann ab Ulm Richtung Kempten. Je näher wir dem Argen kamen um so weiter fielen die Temperaturen auf unserem   Thermometer. An der Abfahrt bei Kempten hatten wir noch 5 °C

und an der Ortseinfahrt in Isny   waren's dann nur noch 1,5°C. Die Berge waren mit einer weißen Kappe Neuschnee bedeckt und es begann nun auch noch zu schneien.

Wir fuhren unser Hotel Isny-Land an   und checkten in Ruhe ein und frühstückten erst einmal, da keiner so richtig Lust hatte bei der Kälte zu fischen.

Der damalige Wirt   stellte uns die Fischereilizenzen aus und erklärte uns anhand einer Karte das Gewässer. Danach wurden wir von Ihm am Wasser eingewiesen.   Uns wurden die untere und obere Grenze sowie die Wege entlang des Argen gezeigt.

Die Länge der Strecke betrug damals ca. 6 km. Und war an 2-3 Stellen gut mit dem Auto zu erreichen.

Man musste jedoch zwischen diesen Punkten   längere Fußmärsche einlegen, wenn man zu den interessanten Stellen vordringen wollte. Inzwischen hatte uns jedoch das Jagdfieber gepackt und wir schlüpften in unsere Wathosen. Wir hatten uns Entschlossen an der Unteren Grenze zu starten und uns langsam flussaufwärts vorzuarbeiten. Das Wasser der Argen war leicht angestaubt, was auf   Niederschläge in den letzten Tagen schließen lies. Inzwischen hatte es begonnen recht heftig zu schneien was uns von den ersten Würfen nicht abhielt.

Ich hatte den oberen Teil der Strecke gezogen und arbeitete mich in den nächsten 2 Stunden langsam   über eine mäßig strömende   Strecke vor. Meine Vorliebe fürs Trockenfischen würde bei den Wetterbedingungen (ich hatte eine ?geschlossene Schneedecke ? auf meinem Hut) kaum Aussicht auf Erfolg zeigen. Ich entschied mich nach dem Umdrehen einiger Steine, unter denen sehr viele Steinklammerer zu finden waren, für eine graubraune Goldkopfnympfe. Nach ca. 1-1 ½   Stunden fischen hatte ich am Eingang zu einer Schlucht"   den ersten Kontakt mit einer ca. 40 cm großen Bachforelle die ich leider bei der Landung aufgrund meiner eiskalten Hände verlor. Wolf und Christian hatten nun auch zu mir aufgeschlossen.   Bei Ihnen sah das Ergebnis aber auch nicht besser aus. Keine steigenden Fische auf Trockenfliegen höchstens ein oder zwei Rupfer auf Nymphen. Mittlerweile hatte es aufgehört zu schneien bzw. regnen und die Sonne kam hinter den letzten abziehenden Wolken hervor und es wurde deutlich wärmer. Wir legten eine kurze Mittagspause ein und siehe da auch die Fische begannen mit dem Mittagsessen. Die ersten Ringe tauchten auf und wir beendeten unsere Pause. Die vereinzelten Ringe waren auf große graue Eintagsfliegen zurückzuführen, die gegen 14.00 mit dem Schlupf begonnen hatten. Jetzt schlug meine Stunde mit der Trockenfliege! Ich hatte eine Forelle in einem ruhigen Pool hinter einem Busch ausgemacht die ich   von Unten angehen konnte. Ein schöner langer Fallschirmwurf   in den Randbereich der Strömung die unter dem Busch durchzog, etwas menden und meine Freundin müsste eigentlich hängen. So hat´s dann auch nach sicher 10 Versuchen und einer wilden Flucht in den Gumpen funktioniert. Zum Vorschein kam meine erste Forelle die ich an diesem Tag landen konnte ( Bachforelle ca. 35 cm und super gefärbt).

Wolf und Christian waren schon eine ganze Weile weiter gezogen und ich wollte eigentlich auch noch den Rest der Strecke zumindest sehen.   Ich habe eigentlich immer das Problem, dass ich nicht von der Stelle komme wenn ich Fische sehe und machte mich auf den Weg hinter die Biegung.  

Schmatz"     STOP !!!! da war doch noch ein Fisch !!! Wieder ?Schmatz und flopp" aber kein   Ring.

Also wie´s   immer läuft in solchen Situationen , die guten Vorsätze zum Teufel, hinsetzen und Augen auf   und siehe da, genau vor dem Busch wo ich gerade die erste Forelle erwischt hatte

Ist noch eine Kollegin aktiv. Böschung runter, Schnur raus, Entfernung abschätzen, Leerwurf, ablegen, Drift und   na, na , na,   nix. Also Schnur aufnehmen neuer Wurf und etwas höher neben dem Stein ablegen. Die Fliege setzt auf, driftet ab, beginnt leicht zu dreggen   und wird vehement genommen. In der gleichen Sekunde wird meine Rute nach unten gerissen. Die Rolle surrt los und in ca. 15 m springt eine Regenbogenforellen mit ca. 45-50 cm aus dem Wasser, macht eine elegante Schraube mit Salto und schüttelt die Fliege ab. Sch.........eibenkleister   !!!!!!   Na ja macht nichts wo eine ist sind auch noch mehr tröste ich mich und fische den Pool ohne Erfolg weiter ab. Nach einer halben Stunde mache ich mich endlich auf den Weg zu Wolf und Christian. Sie hatten ebenfalls die eine oder andere Forelle gefangen, wobei Christian mit seiner Vorliebe fürs Nymphen erheblich mehr Erfolg hatte als wir Trockenfischer. Wir fischten die Strecke bis ca. ins obere Drittel ab fingen im Abendsprung jeder noch einige Forellen. Der Durchschnitt am ersten Tag lag   bei   25-30 cm   wobei Fische darüber immer wider vorkamen.

Am   2. Tag wollte ich mir das obere Stück   oberhalb der Straßenbrücke vornehmen. Nach einem guten Frühstück waren wir gegen   10 Uhr wider am Wasser. Bis Mittag lief es im Prinzip wie am Vortag, nur dass das Wetter besser war. Der Schlupf begann gegen 13 Uhr und zog sich mit   Phasen größerer Aktivität   über den ganzen Mittag hin. Wichtig war immer das Wasser im Auge zu behalten. Die meisten Fische sah man nur in unregelmäßigen Abständen steigen und wenn man die Ringe oder Steigzeichen nicht sah, könnte man nur blind das Wasser abfischen was zwar auch zum erfolg führte jedoch erheblich weniger Spaß machte. Gute Stellen waren immer die Bereiche wo Rauschen in Pools übergingen, Steine am Ufer lagen oder Büsche ins Wasser reichten.   Ich stellte jedoch sehr schnell fest, dass die Besatzdichte erheblich schwankte und es daher nicht sinnvoll war zu lange an einer Stelle zu bleiben auch wenn sie noch so gut aussah. Wo ich einen Fisch ausmachen konnte waren meistens auch mehrere aktiv und zu fangen. Der 2. Tag brachte auf dem oberen Teilstück   zwischen 10-15 Fischen um 25-40 cm was eigentlich für das sehr kalte Wasser gar nicht schlecht war.   Alle Fische waren in   einem sehr guten Zustand und gaben sich nicht gleich geschlagen. Was mir auffiel war, dass viele Fische unterschiedlich aussahen. Es gab die ?klassische" Bachforelle in butterfarben mit roten Punkten, helle fast weiße Bachforellen mit sehr vielen roten punkten und ?Schwarzarbeiter" dunkel-schwarz mit 2-3 Punkten.

Meine Regenbogenforellen waren alle sehr hell zum Teil   mit blassen Streifen.

Das Verhältnis war etwa   8:2 für die Bachforellen wobei die Regenbogner etwas größer ausfielen. Christien konnte mit der Nymphe mehrere Regenbogenforellen   bis ca. 50 cm landen.       

Am 3. Tag befischte ich noch einmal den unteren Teil der Strecke. In diesem Bereich ist der Argen allgemein etwas tiefer und breiter. Der Fluss ist auf langen Strecken begradigt und weißt außer an den Rändern relativwenig Struktur auf. Ich habe in diesem Teil mit der Trockenfliege und Nymphe gleich gut gefangen. Meist standen die Fische dicht an den mit Steinen verstärkten Ufern oder in rinnen in den flacheren Partien. Solange ich Fische steigen oder Auskriecher nehmen sah war die Trockenfliege meine erste Wahl. Nur in den gelegentlichen Schlupfpausen oder vor   13.00 war die Nymphe besser.   

 

Fazit unserer 3 Tage:

Trotz des relativ kalten Wetters zu Beginn der 3 Tage und einiger recht heftigen Regen-Duschen war unser Ausflug eigentlich ganz angenehm. Wolf ,Christian und ich   haben durchweg in einem abwechslungsreichen Gewässer gut bis sehr gut gefangen.   Die Größe und Kondition der Fische war gut wenn auch von meiner Seite nicht immer nachvollzogen werden konnte warum die Populationsdichte so unterschiedlich war. An Besatzmaßnahmen kann es eigentlich nicht gelegen haben, da die Hotspots zum Teil weit von der Straße weg lagen.

Das Insektenaufkommen war trotz der Kälte sehr gut. Unter jedem Stein fanden sich massenhaft Eintagsfliegen-   und Köcherfliegenlarven.

Ich denke dass die Argen im Juni -August zur vollen Pracht aufläuft wenn abends auch noch die Köcherfliegen schlüpfen.

Die Strecke soll sich nach einer Info eines Kollegen in den letzten Jahren vergrößert haben.

Leider habe ich hierüber keine näheren Informationen.

Alles zusammen wenn sich nichts zum Negativen verändert hat eine gute Adresse.

Ich sollte mal wieder dort vorbeischauen.

Mein Gerät :

#4 Rute    9 Fuß

#5 Rute    9 Fuß

gefischt mit   DT 4   und   0,14-0,18 Vorfach.

Fliegen :

CDC Fliegen  

Trocken                       grau, braun, creme,   Größe   13-19   auf TMC   Y102

Auskriecher                grau, gelbgrün,   creme     Größe   11-15  

Nymphen                   Goldkopf in allen Farben, Hasenohr,   Phasentail     Größe 11-15

                                   

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©Fliegenfischergruppe Oberrhein/Autor: Michael Wehrle

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